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Therapie bei Patienten mit chronischen Schmerzen

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In der vergangenen Woche gab es im Nordbayerischen Kurier eine Telefonaktion zum Thema „Chronische Schmerzen„.
Zu diesem Thema möchten wir auch unseren kleinen Beitrag und Info-Blog leisten.

In der Physiotherapie werden Patienten mit chronischen Schmerzen etwas anders behandelt, als Patienten mit akuten Schmerzen. Hier gibt es besondere Behandlungskonzepte.

Theresa Bernard, Physiotherapeutin im PhysioFit-Team, hat Ihnen dazu einige interessante Dinge zusammengefasst.

 

Physiotherapeutin Theresa Bernard bei Physiofit Neudrossenfeld

 

Chronische Schmerzen – verstehen und behandeln

Trotz grosser Fortschritte in der Medizin, nimmt die Zahl von an chronischen Schmerzen erkrankten Patienten immer mehr zu.

 „Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- oder Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung verknüpft ist.“          

Quelle: International Association for the Study of Pain

Da Schmerz nicht gleich Schmerz ist, muss zwischen akut und chronisch unterschieden werden. Der akute Schmerz ist immer auf einen strukturellen Schaden zurückzuführen (z.B. Schmerzen nach Kreuzbandriss). Dies bedeutet das Gewebe ist verletzt und verursacht dadurch Schmerzen. In der Regel ist eine  knöcherne Verletzung (Bruch) nach ca. 6 Wochen ausgeheilt und eine Weichteilverletzung (z.B. Ruptur, also Riss einer Sehne oder eines Muskels) in ca. 8 – 12 Wochen. Der akute Schmerz wird mit der abheilenden Struktur immer weniger und verschwindet irgendwann ganz. Bei einer Chronifizierung hält die Schmerzsymptomatik länger an. Dies bedeutet, die verletzte Struktur (z.B. Muskel, knöcherne Verletzung) ist ausgeheilt, der Schmerz bleibt. Bei einem chronischen Schmerz ist keine strukturelle Schädigung mehr vorherrschend. Man spricht von chronischen Schmerzen, wenn eine Schmerzsymptomatik länger als 3 – 6 Monate anhält. Der Übergang zwischen dem akuten und dem chronischen Schmerz ist also fließend.

 

Was geschieht bei der Chronifizierung?

Unser Gehirn besitzt die Fähigkeit, Dinge zu speichern. Besonders geschieht dies, wenn es über längeren Zeitraum immer wieder mit ein und demselben Signal bzw. derselben Information „befeuert“ wird. Nach einer bestimmten Zeit wird die Information/das Signal dauerhaft gespeichert. Ebenso geschieht es mit dem Schmerzreiz, je öfter und länger das Hirn Schmerz empfindet und je mehr dieser Schmerz in Alltag und Bewegung einschränkt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper diesen speichert. Unser Gehirn hat sich also den Schmerz „gemerkt“.

 

Chronische Schmerzsyndrome & ihre Behandlung

Bei einem chronischen Schmerzsyndrom – wie beispielsweise das Fibromyalgiesyndrom (FMS) – gibt es verschiedene Ursachen für die Entstehung. Bei der Fibromyalgie vermutet man, dass verschiedene Faktoren wie z. B. Veranlagung, körperliche und psychische Einflüsse zusammenwirken. Dies muss allerdings nicht bei jeder chronischer Schmerzerkrankung identisch sein, jedes Syndrom hat unterschiedliche Ursachen.

Auch die physiotherapeutische Behandlung unterscheidet sich von den bekannten, klassischen Behandlungsmethoden. Während bei einem akuten Schmerzzustand mittels „hands on – Techniken“ (Massage, manuelle Therapie, Weichteilbehandlungen) behandelt wird, kommen bei einem chronischen Krankheitsbild verschiedene andere Techniken zur Anwendung. Es gilt den Schmerz durch Bewegung zu lindern.

Somit wird das Ziel der Behandlung das Schmerzmanagement – das heisst ein bewusster und kontrollierter Umgang mit Schmerz im Alltag, da eine Heilung nicht möglich ist. Die Behandlung wird individuell auf den Patienten abgestimmt und von einem Therapeuten entwickelt.

 

Wir sind für Sie da!

 

Herzliche Grüße

Ihr PhysioFit Team