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Versorgung mit Lymphdrainage in Gefahr – Änderung der Heilmittel-Richtlinie abwenden

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Im kommenden Jahr soll es gravierende Veränderungen bei der Versorgung von Lymphdrainage-Patienten kommen.

Rund 25 Millionen Mal führten Physiotherapeuten, Masseuere und medizinische Bademeister im Jahr 2015 die Manuelle Lymphdrainage (MLD) durch. Für diese Behandlung brauchen die Therapeuten eine spezielle, teure Zusatzausbildung. Dennoch bezahlen die Krankenkassen ihnen für die Behandlung mit MLD weniger als für gewöhnliche Krankengymnastik und Massage.

Jetzt hat der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen eine neue Regelung in der Heilmittelrichtlinie angestoßen: Therapeuten sollen Kompressionsbandagen erst im Anschluss an die MLD anlegen (siehe Beschluss des G-BA www.g-ba.de/informationen/richtlinien/12/#tab/beschluesse/details/2590/listContext/beschluesse), ohne dafür ein zusätzliches Honorar zu erhalten. Diese Änderung soll zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.

Was wir fordern:

Wir fordern Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf, in seiner Rolle als Rechtsaufsicht der Gesetzlichen Krankenversicherung zu reagieren: Verhindern Sie die Änderung des § 18 Abs. 2 Nummer 7 Heilmittelrichtlinie, die Lymphdrainage und Kompressionsbandagierung künstlich trennen und Therapiepraxen wirtschaftlich belasten wird.

Wir fordern außerdem, gegen die ungerechte Bezahlung von Heilmittelerbringern mit Zusatzqualifikationen vorzugehen. Die Krankenkassen müssen Leistungen, die eine spezielle Fachausbildung erfordern (wie die Weiterbildung in der Manuellen Lymphdrainage), zusätzlich vergüten, indem sie den Therapeuten einen höheren Stundenpreis zahlen als für herkömmliche Krankengymnastik und Massage.

Begründung:

Die Manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine wichtige Methode der Physikalischen Therapie. Masseure und medizinische Bademeister und Physiotherapeuten setzen MLD zur Therapie von Ödemen ein. In vielen Fällen ist die Kombination mit einer Kompressionsbandagierung zwingend notwendig und wird deswegen auch in den einschlägigen medizinischen Leitlinien gefordert. Lymphödeme betreffen verschiedenen Studien zufolge in Deutschland zwischen 1,8 und drei Prozent der Bevölkerung.

Doch nicht jeder Therapeut kann und darf MLD ausüben. Zunächst müssen Masseure und med. Bademeister und Physiotherapeuten eine teure Zusatzausbildung durchlaufen.

Der GKV-Spitzenverband hat über den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), das zentrale Organ der Selbstverwaltung des Gesundheitswesens, eine Änderung der Heilmittelrichtlinie durchgesetzt: Physiotherapeuten sollen ab 2017 die Kompressionsbandagierung nach der eigentlichen MLD-Behandlung durchführen – ohne dafür jedoch ein zusätzliches Honorar zu erhalten.

Somit fordern wir Bundesgesundheitsminister Gröhe auf, als Rechtsaufsicht des G-BA aktiv zu werden. Verhindern Sie, dass die Krankenkassen die Versorgung der Bevölkerung mit Lymphdrainage gefährden. MLD und Kompressionsbandagierung müssen eine therapeutische Einheit bleiben, so wie es die Heilmittelrichtlinie bis jetzt vorgesehen hat.

Weiterhin fordern wir, im Interesse aller Patienten und Therapeuten, gegen die zu niedrige Vergütung von Leistungen mit Zusatzqualifikation vorzugehen. Leistungen, die eine zusätzliche Ausbildung erfordern, müssen von den Krankenkassen besser bezahlt werden als herkömmliche Krankengymnastik und Massage.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Schwentinental, 25.08.2016 (aktiv bis 24.11.2016)

Diese Petition ist für uns Therapeutinnen und Therapeuten sehr wichtig. Aber natürlich auch für die Patienten, die auf die qualitativ hochwertige Therapie angewiesen sind. Leider hat die Manuelle Lymphdrainage nicht den Stellenwert den Sie verdient. Bitte beteiligen Sie sich an der Online-Petition! Vielen Dank.

 

 

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Hier können Sie die Online-Petition unterschreiben.